Wehrmacht

Im Hauptspiel Company of Heroes ist die Wehrmacht die erste Fraktion der Achsenmächte. Sie stellt mit ihrer Lategame-Stärke das Gegenstück zur Alliierten US Army dar, deren besondere Stärke im Early und frühen Midgame liegt.
Die Wehrmacht kann in keiner Kampagne vom Spieler selbst gespielt werden, sie steht lediglich als Gegner der US Army in der ersten Kampagne "Invasion der Normandy" zur Verfügung.

 

 

Spielverhalten

  • Die Stärke der Wehrmacht liegt in der großen Bandbreite von einsetzbaren Einheiten sowie den erforschbaren Veteranenstufen.
  • In der Anfangsphase verwendet die Wehrmacht eine Vielzahl an Infanterieeinheiten. Das Rückgrat stellen hierbei die Volksgrenadiere und besser ausgebildeten Panzergrenadiere dar. Während die Volksgrenadiere im Laufe des Spiels jedoch an Bedeutung verlieren, bleiben die Panzergrenadiere die Hauptinfanterie und können mit Panzerschrecks oder leichten MGs ausgestattet werden, um jeden Gegnertyp effektiv zu bekämpfen.
  • Rückendeckung erhalten die Grenadiere von einer breiten Palette an Unterstützungswaffen. Mit Hilfe von Kradschützen, schweren Maschinengewehren, Scharfschützen, Mörsern, Halbkettenfahrzeugen und Panzerabwehrkanonen lässt sich jede Bedrohung ausschalten. Jedoch ist ein perfektes Zusammenspiel der verschiedenen Einheitentypen notwendig, da sonst die Stellungen leicht von den Alliierten überrannt werden können.
  • Aufgrund der Anfälligkeit gegen Flankenangriffe ist die Wehrmacht anders als die US Armee defensiver ausgerichtet. Zum Aufbau der Verteidigungsstellungen ist ein Großteil der Infanterie in der Lage das Schlachtfeld mit Stacheldraht und Sandsäcken zu sichern. Pioniere können mit Minen, Panzerfallen und Bunkern ganze Areale gegen feindliche Angriffe absichern.
  • In der zweiten Spielhälfte kann die Wehrmacht auf einen großen Fuhrpark zurückgreifen. Neben leichten Fahrzeugen, wie dem Puma Aufklärungsfahrzeug, stehen der Wehrmacht eine Vielzahl an schweren Panzern zu Verfügung, deren schwere Panzerung und starke Bewaffnung den Alliierten Verbänden das Fürchten lehren. Neben dem gegen Infanterie spezialisierten Ostwind Flakpanzer dominieren der Panzerkampfwagen IV, der sowohl gegen Infanterie als auch gegen feindliche Fahrzeuge starken Schaden anrichten kann, und der mächtige Panther Panzer mit seiner dicken Panzerung die Schlachtfelder.
  • Zur Aushebung feindlicher Stellungen steht der Wehrmacht zudem mobile Artillerie zur Verfügung, die verheerende Breschen in feindliche Truppenansammlungen schlagen kann.
  • Wie die anderen Fraktionen bietet die Wehrmacht drei Doktrinen:
  • Die Verteidigungsdoktrin erlaubt den Bau von starken Verteidigungsanlagen und sichert die Basisgebäude zusätzlich mit MGs. Zusammen mit der Fähigkeit "Für das Vaterland" und schwerer Artillerie ermöglicht diese defensiv ausgerichtete Doktrin dem Spieler das eigene Gebiet sehr effektiv zu verteidigen.
  • Die offensive Blitzkriegsdoktrin bietet getarnte Stoßtruppen zur Infiltration und schwere Tiger Kampfpanzer. Verbunden mit der Fähigkeit "Blitzkrieg" können diese Einheiten feindliche Stellungen mit Leichtigkeit ausheben und festgefahrene Spiele zugunsten der Achsenmächte entscheiden.
  • Die Schreckensdoktrin ist auf den Einsatz von verschiedenen Terror-Fähigkeiten spezialisiert,  die die eigene Infanterie stärken und feindliche Infanterie sogar zur ungeordneten Flucht zwingen kann. Schwere Artillerie und der fast unbezwingbare "Königstiger"-Kampfpanzer machen die Schreckensdoktrin zur stärksten Doktrin im Lategame.

Historischer Hintergrund

 

Als die Alliierten am 6. Juni 1944 erfolgreich an den Stränden der Normandie-Küste landete, standen sie einem aus 56 Divisionen und über eine Millionen Mann starken deutschen Heer gegenüber, dass allerdings bereits durch 5 Jahre Krieg stark gezeichnet war. Die Schlacht um die Normandie markiert dabei eine der schwersten Niederlagen der Wehrmacht und bedingt den darauf im Westen folgenden verlustreichen Rückzug auf die Grenzen Deutschlands.

Infanterie und Soldaten der Wehrmacht

Die Wehrmacht bedient sich in Company of Heroes verschiedenster Stereotypen der Wehrmacht. So kämpfen in der Normandieschlacht ältere Männer, Jugendliche, Genesene, Hilfstruppen, kurz ausgebildete Rekruten, Ostfrontveteranen, Soldaten von Heer und Waffen-SS Seite an Seite. Das Standardgewehr der deutschen Soldaten bildete immer noch der Karabiner 98k, ein weiterentwickeltes Gewehr des 1. Weltkrieges. Für mehr Feuerkraft sorgte die Maschinenpistole MP40 sowie das bekannte Maschinengewehr MG42. Erstmalig in der Normandie wurde das Sturmgewehr 44 (StG44) gegen die Alliierten eingesetzt. Es war jedoch nur in geringem Masse verfügbar. In den engen Bocagen-Feldern der Normandie setzte die Wehrmacht auch verschiedene Panzerabwehrwaffen mit großem Erfolg ein. Neben dem Raketenwerfer „Panzerschreck“ war es vor allem die Einmalwaffe Panzerfaust, welche in Massen verfügbar, zahlreichen alliierten Panzern und Fahrzeugen zum Verhängnis wurde.

Der Fuhrpark der Wehrmacht

Bekannt sind heute vor allem noch die Fahrzeuge der dt. Wehrmacht aus diesen Tagen. Die in der Normandie eingesetzten Panzergrandier- und Panzer-Divisionen hatten dabei Zugriff auf die unterschiedlichsten Fahrzeuge. So waren die Panzergrenadiere-Divisionen mit dem SdKfz. 251 und seinen verschiedenen Versionen ausgerüstet. Im Gefecht wurden sie meist mit Sturmgeschützen bewaffnet und ergänzt. Der Hauptkampfpanzer der dt. Wehrmacht bildete der bereits seit Kriegbeginn eingesetzt und seit dem stark verbesserte Panzer IV. Als allen alliierten Panzern überlegen, erwies sich der mittelschwere Panther-Panzer. Vor allem die Panzerlehrdivision war mit diesem Fahrzeug bewaffnet. Die wohl berühmteste Ergänzung des Fuhrparks stellt der von den Alliierten bereits aus Afrika bekannte und gefürchtete Tiger-Panzer. Panzerasse wie Michael Wittmann (Westfront) oder Otto Carius (Ostfront) sowie massive Propaganda hatten den Tiger zu dem Schreckensgegner der Alliierten Panzertruppen werden lassen. Neben diesen Fahrzeugen befanden sich allerdings auch einige Improvisationen und Feldumbauten im Waffenarsenal des Westheeres. Die neu aufgestellte 21. Panzer-Division baute verschiedene französische Panzer in „Geschützwagen“, den Marder I, um. Ein weiterer dieser Umbauten war auch der französische Hotchkiss H35 und H39 mit 28/32cm Raketen, wie er von der Panzerelite genutzt werden kann.

Die schweren Waffen

Neben vielen Artilleriegeschützen zeichnete die Normandieschlacht vor allem der massive Einsatz von Raketenwerfer auf beiden Seiten aus sowie der durch die Landschaft in der Normandie begünstigte Einsatz von schweren Panzerabwehrkanonen, kurz Pak. Die mehrrohrigen deutschen Nebelwerfer (ein Tarnname) richteten unter den Alliierten schwere Verluste an. Sie erhielten bald aufgrund ihres kreischenden Abschussgeräusches den Beinamen „Screaming Mimi“. Neben der Raketenartillerie maßen die Alliierten vor allem der deutschen Flakartillerie hohe Bedeutung zu. Seit der Schlacht um Frankreich im Bodeneinsatz bewährt, war die dt. 8,8cm Flak zu einer der bedeutendsten Waffen im deutschen Arsenal geworden. Sie war unter den Alliierten so gefürchtet, dass Batterien gezielt mit Artillerie oder Luftwaffenangriffen belegt wurden, um alliiertes Material und Leben zu schonen.

Historische Ungenauigkeiten in Company of Heroes

Neben den zahlreichen historischen Waffen, Namen und Referenzen lassen sich allerdings auch einige Fehler und Ungenauigkeiten ausmachen. So geht die Bezeichnung Volksgrenadiere auf die Soldaten der im September aus dem Volkssturmaufruf heraus aufgestellten Volksgrenadier-Divisionen hervor. Auch die Sturmhaubitze 42 ist in ihrer Version falsch. Die deutsche Industrie baute die Sturmhaubitze auf dem StuG III Fahrwerk und nicht auf dem in CoH verwendeten StuG IV Laufwerk auf. Auch der Königstiger und der Tiger-Panzer weisen Modellfehler auf wie etwas fehlenden Laufrollen, falsche Kommandatenkuppeln oder Panzerkommandten in falschen Luken. Neben solchen fehlerhaften Modellen nutzt die Wehrmacht auch Prototypenwaffen, die nicht an den Kämpfen in der Normandie teilnahmen, wie etwa Flakpanzer Ostwind. Er kam erstmalig 1944 während der Ardennenschlacht zum Einsatz. Ein falsches Bild vermittelt außerdem die V1-Waffe der Terrordoktrine. Sie wurde nie gegen Bodentruppen oder Kampftruppen eingesetzt. Es handelt sich bei der V1 um eine Flugbombe, die gegen Städte wie London oder Antwerpen einsetzt wurde mit dem Zweck die Moral des Gegner zu zerstören.