US Armee

Die US Armee ist eine der beiden Fraktionen des Hauptspiels Company of Heroes. Der Spieler führt sie in der Einzelspielerkampagne durch die Normandie gegen die Truppen der Wehrmacht. Das stark infanterielastige Gameplay ist auf eine offensive Spielweise ausgelegt, die vor allem Anfängern den Einstieg in Company of Heroes erleichtert.

 

 

 

Spielverhalten

  • Anders als die Wehrmacht müssen sich Spieler der US Armee beim Spielstart zwischen der Standardinfanterie, den Schützengruppen, und Unterstützungstruppen wie MGs, Scharfschützen und Mörser, durch den Bau des jeweiligen Gebäudes entscheiden.
  • Hauptkampfeinheit nahezu jedes US Spiels sind die Schützengruppen. Sie sind sehr mobil und können schneller als jede andere Einheit zu Beginn wichtige Ressourcenpunkte erobern. In Feuergefechten auf kurze Distanz sind sie ebenfalls nicht zu unterschätzen. Im späteren Spielverlauf können Schützen zudem gegen unterschiedliche Bedrohungen mit mehreren Upgrades verbessert werden, sodass sie dem US Spieler bis zum Ende des Spiels als äußerst nützliche Einheit begleiten.
  • Anders als die Wehrmacht ist der Spielstil der US Armee sehr offensiv geprägt. Die US Armee kann zwar ebenfalls Verteidigungsstellungen, wie Stacheldraht, MG Nester und Panzerfallen errichten, jedoch entfalten die meisten US Einheiten ihre größte Stärke erst im Nahkampf und verlieren zudem im Laufe des Spiels an Stärke. Dies führt dazu, dass der US Spieler ab Spielbeginn versuchen muss dem Gegner in die Flanke zu fallen, um dann mit Schützen, Granaten und Flammenwerfern verherrende Schäden anrichten zu können.
  • Für den Zugriff auf leichte und schwere Fahrzeuge muss der US Spieler ein Nachschublager errichten. Anschließend hat er, wie beim Beginn des Spiels, Zugriff auf zwei verschiedene Gebäude: Die Fahrbereitschaft und das Panzerdepot. Während in der Fahrbereitschaft leichte Fahrzeuge sowie die wichtige Panzerabwehrkanone gebaut werden können, kann bei hohem Treibstoffeinkommen sofort mit der Produktion von Panzern begonnen werden.
  • Generell sind die amerikanischen Panzer schwächer gepanzert als ihre deutschen Gegenspieler. Zum Ausgleich kosten sie relativ wenig Arbeitskraft und weisen eine hohe Geschwindigkeit auf. Während sich der Sherman eher zur Bekämpfung schwach gepanzerter Ziele sowie Infanterie eignet, kann der M10 oder M18 Jagdpanzer effektiv schwergepanzerte deutsche Panzer bekämpfen.
  • Ebenfalls zur offensiven Spielweise passt das Veteranstufensystem der US Armee. Je mehr Ziele ein US Trupp ausschaltet, desto höher steigt er im Veteranenlevel auf. Um gegen die global verfügbaren Veteranstufen der Wehrmacht im späteren Spielverlauf bestehen zu können, muss der US Spieler ab Spielbeginn aggressiv vorgehen und versuchen Veteranensquads zu erhalten. Zum Ausgleich hierfür sind die Boni der Veteranenbeförderungen meistens stärker als bei den deutschen Truppen.
  • Wie allen anderen Fraktionenen stehen auch der US Armee drei Doktrinen zur Unterstützung zur Verfügung:
  • Die Infanteriedoktrin eignet sich vor allem gegen schwer verschanzte deutsche Truppen und für ein auf Infanterie ausgerichtetes Spiel. Sie ermöglicht die schnellere Produktion von Infanterieeinheiten und schaltet zusätzliche Fähigkeiten für Schützengruppen frei. Schwer bewaffnete Ranger, die mit Thomson Maschinenpistolen und Bazookas bestens sowohl gegen Infanterie als auch gegen leichte Fahrzeuge gerüstet sind, oder auch kleinere Kampfverbände können als Verstärkung gerufen werden. Gegen starke Verteidigungsstellungen bietet die Infanteriedoktrin Zugriff auf schwere 105mm Artillerie.
  • Spieler, die auf schnelle Unterstützung an der Front angewiesen sind, erhalten mit der Airbornedoktrin Hilfe von bewaffneten Thunderbolt Kampfflugzeugen. Neben Aufklärungsflugzeugen sind im späteren Spielverlauf auch Tieffliegerangriffe mit MGs und Bomben möglich. Ebenfalls können Fallschirmjäger, die mit starken Panzerabwehrgewehren ausgerüstet werden können, und Abwurfpaks überall auf der Karte abgesetzt und auch wieder verstärkt werden. Weiterhin stehen Airbornespielern Ressourcenabwürfe zur Verfügung, die neben Treibstoff und Munition auch schwere Waffen enthalten, die von den eigenen und verbündeten Truppen aufgenommen werden können.
  • Für eine fahrzeuglastige Spielweise empfiehlt sich die Armordoktrin. Diese stellt sowohl für leichte als auch für schwere Fahrzeuge mehrere Boni bereit. Panzer werden schneller produziert und leichte Fahrzeuge können wie Infanterie Sektoren erobern. Zur Unterstützung im Kampf stehen eine Reparaturfähigkeit im Feld sowie die allierte Kriegsmachinerie, bei der zerstörte Panzer sofort kostenfrei ersetzt werden, zur Verfügung. Im späteren Spielverlauf können Armorspieler zudem den mächtigen Kampfpanzer Pershing, das ebenbürtige Gegenstück zum Tigerpanzer, oder den Artilleriepanzer Sherman Calliope auf das Schlachtfeld rufen.

Historischer Hintergrund

Mit dem Kriegseintritt der USA auf Seiten der Alliierten sah sich das amerikanische Oberkommando sowie die US Industrie vor die Aufgabe gestellt eine schlagkräftige und

hervorragend ausgerüstete Armee vom Grund auf neu aufzubauen. Erste Kämpfe musste die junge US Army während der Feldzüge in Afrika und Italien durchstehen. Das hier erworbene Wissen in der neuen Art der Kriegsführung, basierend auf Panzern und Flugzeugen, half der US Army enorm eine solch gewaltige Operation wie die Landung in der Normandie zu realisieren und erfolgreich durchzuführen. Während der Schlacht um die Normandie musste die US Army einige schwere Krisen und verlustreiche Schlachten durchstehen. Die Fähigkeit sich schnell dem modernen Krieg anzupassen sowie die starke US Industrie mit ihrem schirre unerschöpflichen Nachschub erlaubten es den US Truppen das dt. Heer aufzureiben und zu zermürben und im Kessel von Falaise zu zerschlagen.

Infanterie und Soldaten der US Army

Das Rückgrat der US Army bilden die G.I.s der US Army. Diese Infanteristen waren vor der Landung gut trainiert und hervorragend ausgerüstet worden. Im Gegensatz zu anderen Nationen besaß die US Army durch die hohe Verfügbarkeit von halbautomatischen Gewehren wie dem M1 Garand oder von Maschinenpistolen wie der Thompson eine ernorme Feuerkraft.

Auch stand den Soldaten mit der Bazokka eine effektive Panzerabwehrwaffe für den Kampf in den unübersichtlichen und einengenden normannischen Heckenlandschaften zur Verfügung. Neben den GIs sind es die Eliteeinheiten der US Army, die sich in der Normandieschlacht besonders hervor getan haben. So erstürmten die US Ranger am D-Day die schwer befestigten Klippen des Pointe du Hoc, um dort vermutete schwere dt. Artilleriekanonen auszuschalten. Sie erwarben sich damit einen Platz in der Geschichtsschreibung. Ergänzt wurde das Aufgebot an Spezialtruppen durch die Fallschirmjäger der 82. und 101. US Airborn-Division. Wenigen Stunden vor der Invasion wurden sie von ihren Transportmaschinen in der Normandie abgesetzt und sicherten wichtige Wegpunkte und Gebiete, damit die dt. Armee keinen Gegenangriff auf die landenden Alliierten Soldaten organisieren konnte.

Der Fuhrpark und Fliegerpark der US Army

Die US Army war eine extrem gut mechanisierte Armee. Bereits wenigen Stunden nach der Landung hatten die Nachschubseinheiten zahlreiche Jeeps, LKWs, Schützenpanzer und Panzer an den Stränden der Normandie entladen. Ein sehr geschätztes Fahrzeug im US Fuhrpark war der sehr gut verfügbare US Willy Jeep. Er wurde zu allen möglichen Diensten herangezogen. Mit einem Kaliber .50 MG bewaffnet wurde er meist als kleiner, unauffälliger und schneller Aufklärer eingesetzt. Sollte er einmal bei der Aufklärung versagen, so wurde seiner statt der gepanzerte Aufklärer M8 Grayhound eingesetzt. Mit seiner 3,7cm KwK konnte er sich gegen die leichten Panzerfahrzeuge der Wehrmacht wehren. Für die Truppenbewegung stand der US Army eine hohe Zahl von Halbketten des Typs M5 zur Verfügung. Ausgerüstet mit einer Vierlingsflak aus Kal. .50 MGs war dies eine der wenigen mobilen Flugabwehrwaffen der Normandieschlacht auf Seiten der Alliierten. Jedoch wurde dieses Waffensystem meist im Erdkampf zur Unterstützung der Infanterie verwendet. Das Markenzeichen und ein Synonym für die US Industrie war der M4 Sherman-Panzer. Dieser mittelschwere Panzer mit seiner 75mm Kanone erwies sich den schweren dt. Panzer zwar als unterlegen, konnte dies aber durch seine hohe Stückzahl und in Massen eingesetzt erfolgreich kompensieren. Trotz allem wurde der Sherman im Laufe des Krieges verbessert und weiterentwickelt. Eine wichtige Verbesserung stellt die Ausrüstung mit einer überlangen 76mm KwK da, die es dem Sherman erlaubte auch gegen den Panther oder Tiger eingesetzt zu werden. Allerdings war der Panzerkampf nicht die Kernaufgabe des Shermans. In der US Militärdoktrin war es die Aufgabe der meist leichter gepanzerten, dafür aber sehr schnellen und stark bewaffnen Panzerjäger, wie der M10 Wolverine oder der M18 Hellcat, Feindpanzer nach dem Prinzip der Scout-and-Shot-Taktik anzugreifen und zu vernichten.

Im Laufe der Normandieschlacht zeigte sich, dass die US Army eines Raketenwerfersystems bedurfte, um den Gegner unter ein massives und schweres Bombardement zu legen. Der für Durchbruchsoperationen entwickelte Raketenwerfer T34 Calliope wurde dazu auf das verfügbare Laufwerk des M4 Shermans verbaut. Mit 60 Werferrohren ausgerüstet war ein Calliope in der Lage massive Zerstörung unter feindlichen Soldaten und Materialansammlungen an zu richten.

Als einer der wichtigsten Faktoren des Alliierten Sieges erwies sich die Herrschaft über den Luftraum über der Normandie. Wie Mückenschwärme stützen sich die mit MGs und Raketen bewaffneten US Jagdbomber vom Typ P-47 Thunderbolt auf die Fahrzeuge und den Nachschub der Wehrmacht und vernichteten bereits zahlreiche Waffen bevor diese gegen die US Army überhaupt eingesetzt werden konnten. So gelang es der US Airforce das Kampfgebiet effektiv gegen dt. Verstärkung abzuriegeln und die im Kampfgebiet befindlichen Feinde langsam zu zermürben.

Die schweren Waffen

Die von der US Army eingesetzt 57mm Pak M1 war eine in Lizenz gefertigte Version der britischen 6-Pfünder Pak. Durch die immer besser gepanzerten deutschen Panzerfahrzeuge brauchten die Alliierten eine Waffe mit mehr Durchschlag, wollte man nicht im Kampf einfach von den dt. Panzern überrollt werden. Jedoch erwies sich die 57mm Pak M1 als bereits nicht mehr ausreichend für den modernen Bewegungskrieg. Trotz allem wurde sie durch ihre hohe Verfügbarkeit in der Normandie immer wieder von den Alliierten zur Abwehr deutscher Attacken eingesetzt. Eine wertvolle Waffe im US Arsenal war die 105mm Haubitze M101. Sie war leicht, klein, kompakt und einfach zu verschiffen und an die Front zu bringen. Sie erwies sich als ideal für die Unterstützung der schwer ringenden US Truppen durch Artilleriefeuer. Sie wird teilweise noch bis in die 1990iger Jahre von anderen Armeen verwendet.

Historische Ungenauigkeiten in Company of Heroes

Ähnlich der Panzerelite oder der Wehrmacht lassen sich auch bei der US Army ein paar auffällige Fehler nachzeichnen. Zu einem wäre dort die 57mm M18 Recoilless Rifle (rückstoßfreies Geschütz) der US Airborntroopers. Diese Waffe wurde erst 1945 von der US Army in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges eingesetzt. Zur Panzerabwehr setzten die US Airborns die Bazokka ein. Auch der schwere M26 Pershing Panzer gelangte erst gegen Ende des Krieges in sehr kleiner Zahl zum Einsatz gegen die dt. Armee. Der M26 war eine Reaktion der US Armee auf die schweren dt. Panzer, die für die kurzläufige 75mm KwK des Shermans nicht mehr zu bekämpfen waren. Der Pershing stellt die Basis des späteren Hauptpanzers der US Army, des M46 und M47 Patton da.