Panzerelite

Durch die erste Erweiterung Opposing Fronts für Company of Heroes wird die Panzerelite (PE) neben der Wehrmacht zur zweiten Armee der Achsenmächte. 

 

Die mit einer Reihe von Offensivwaffen ausgerüstete Panzerelite ist das Gegenstück zu den defensiv ausgerichteten Truppen des British Commonwealth. In der ersten Kampagne von Opposing Fronts, "Operation Market Garden" tritt der Spieler mit der Panzerelite gegen die britischen Truppen im Rahmen der realen Operation Market Garden an.

 

Spielverhalten

  • Die Einsatzdoktrin der Panzerelite in CoH ist der schnelle Bewegungskrieg. Das Rückgrat der PE-Einheiten stellen hierbei die Panzergrenadiere dar, die von einer Reihe leichter und mittlerer Fahrzeuge mit guter Bewaffnung, aber nur schwacher Panzerung unterstützt werden.
  • Da die Panzerelite ohne Doktrin nur einen einzigen Infanterietypen besitzt (Grenadiere), lassen diese sich mit einer großen Bandbreite an Waffen ausstatten. Zur Bekämpfung von Infanterie steht einerseits das Gewehr43 zu Verfügung, das sich besonders für Kämpfe über eine längere Distanz eignet. Andererseits steht das Sturmgewehr44zur Verfügung, das auf kurzer Distanz verheerenden Schaden verursacht. Zusätzlich können die Grenadiere auch noch mit Brandgranaten ausgestattet werden, die sehr effektiv gegen Einheiten in Gebäuden sind. Zur Fahrzeugbekämpfung kann zudem der Panzerschreck oder die Panzerbekämpfungsgranate ausgegeben werden.   
  • Im Gegensatz zur Wehrmacht besitzt die Panzerelite keine Unterstützende Infanterie wie MG- oder Mörser-Trupps und keine Pak,, sondern als Ersatz leichte Fahrzeuge wie das Halbkettenfahrzeug, das Mörserhalbkettenfahrzeug oder das leichte Panzerabwehr-kettenfahrzeug.
  • Die einzigen schweren Einheiten der Panzerelite außerhalb der Doktrinen sind die Panther der Pantherkampfgruppe. Einsetzbar nach einer Reihe von kostenintensiven Forschungen stellen die Panther oftmals die wichtigsten Einheiten im späten Spielverlauf dar.
  • Wie die anderen Fraktionen besitzt die PE drei Doktrinen:
  • Die Luftwaffendoktrin bietet die einzigen stationären Verteidigungsstellungen (20mm Flakvierling und 88mm Flak), die von den einsetzbaren Luftwaffenbodentruppen gebaut werden können, sowie Luftunterstützung in Form von Streuminen und Angriffsflügen der Luftwaffe. Zur Infiltration hinter den feindlichen Linien stehen zudem stark bewaffnete Fallschirmjäger zur Verfügung.
  • Die Panzerjägerdoktrin setzt auf schwere Waffen zur Panzerbekämpfung. Hartkernmunition für die Kampfpanzer, Ausgabe von einem zweiten Panzerschreck an die Panzerbekämpfungstrupps, Antifahrzeugminen und eine verbesserte Panzersichtung helfen bei der effektiven Bekämpfung feindlicher Panzerverbände. Ebenfalls kann Unterstützung durch den mittleren Jagdpanzer "Hetzer" und das schwerste Fahrzeug der Panzerelite, den Jagdpanther, gerufen werden.
  • Die Doktrin der verbrannten Erde ermöglicht es dem Spieler Sektoren und Häuser mit Sprengfallen zu sichern, schwere Panzersperren zu platzieren, Punkte aller Art (Siegmarken eingeschlossen) unbrauchbar zu machen und im Lategame schwere Artillerie einzusetzen, je nach Seite des Techbaumes durch die Panzerhaubitze "Hummel" oder durch eine Offmap Sektorenartillerie.

Historischer Hintergrund

Bei der Panzer-Elite handelt es sich um einen dt. Kampfverband, der gegen die Alliierten Truppen während der Luftlandeoperation Market Garden in den Niederlanden eingesetzt worden ist. Es ist unklar, welche Einheit genau der Panzer-Elite als Vorlage Pate stand. Während der Schlacht um Holland setzte die Wehrmacht zahlreiche Alarmeinheiten und Kampfgruppen ein. Sie waren meist schnell zusammen gezogene Einheiten aller Waffengattungen und Truppenschulen mit allen möglichen Waffen und Ausrüstungsgegenständen. Sie sollten den Alliierten Vorstoß durch die Niederlande aufhalten. Vermutungen legen nahe, dass die Panzer-Elite auf die Kampfgruppe von Tettau zurück geht, benannt nach ihrem kommandieren Offizier von Tettau, dem Leiter der SS-Schule in Arnhem.

Infanterie und Soldaten der Panzer-Elite

Das Rückgrat der Panzer-Elite bilden die Panzergrenadiere. Sie verfügen neben dem Karabiner 98k auch über StG44 und Panzerschrecks. Zudem können sie das G43, ein deutsches Halbautomatisches Gewehr einsetzten. Panzergrenadiere waren Soldaten, die im gepanzerten Kampf ausgebildet waren und mit Schützenpanzern und leichten Panzerfahrzeugen ins Gefecht gingen. In Holland trafen die Alliierten auch seit der Normandieschlacht erneut auf deutsche Fallschirmjäger. Entgegen ihrer militärischen Ausbildung nutzte die dt. Armee die Fallschirmjäger immer öfters als reine Infanterie im Erdkampf. Eine Besonderheit ist ihre Ausrüstung mit dem FG42. Bei dem FG42 handelt es sich um eines der ersten Sturmgewehre. Es wurde bis Kriegsende nur in kleiner Zahl hergestellt und vorwiegend von den Fallschirmjägern eingesetzt.

Der Fuhrpark und Fliegerpark der Panzer Elite

Das Arsenal an motorisierten Waffensystemen der Panzer Elite streut über die verschiedenen Truppengattungen und Einheiten, die die Panzer Elite in sich vereint. So ein Beispiel sind die verschiedenen Ausführungen des SdKfz. 250 Schützenpanzerwagens. Im Krieg wurde der Schützenpanzer zum Träger verschiedenster Waffensystem beginnend vom Mörser bis hin zur Pak. Dies wurde nötig, da die Fahrzeuge die Panzergrenadiere immer mehr auf dem Schlachtfeld begleiteten und den Wegfall von anderen Waffen oder deren zu spätes Wirken zu kompensieren hatten. Da der Fokus der Panzer Elite zur Gänze auf einer beweglichen Kampfführung liegt erfüllt der Marder III die Rolle des Panzerjägers. Der Marder III geht auf eine Entwicklung zurück, die als reine Improvisation und Notbehelf 1942 mit dem Marder II begonnen hatte. Ältere Fahrwerke wurden mit einem offenem Kampfraum und starren, dafür starkem Geschütz bewaffnet. Diese Improvisation erwies sich als sehr erfolgreich, sodass der

Marder III in ausreichenden Stückzahlen gebaut bzw. umgebaut und damit an allen Fronten verfügbar war. Der Panzer IV mit seiner kurzläufigen 7,5cm KwK L/24 war dagegen 1944 formal vom Dienst ausgemustert. Er diente lediglich an Truppenschulen zur Schieß- und Fahrausbildung für mittelschwere Panzer. Es ist allerdings unklar, ob die SS-Schule in Arnhem oder die Kampfgruppe von Tettau Panzer IV mit kurzer 7,5cm hatten. Belegt ist dagegen der Einsatz von Hotchkiss-Panzern sowie von schweren Char B1 Panzer, letztere nicht Teil der Panzer Elite. Von besonderer Bedeutung für die Panzer Elite ist der Flakpanzer Wirbelwind sowie die Jagdpanzer JgPz38t (oft fälschlich Hetzer genannt) und der Jagdpanther. Die Panzerverbände führten immer Flakpanzer mit in die Schlacht. Der Wirbelwind ist mit seiner 2cm-Vierlings-Flak war ein für Jagdbomber außerordentlich gefährlicher Flakpanzer gewesen. Jedoch stand dieser nur in geringen Stückzahlen den Flakzügen der Panzer-Regimenter zur Verfügung. Auch die Jagdpanzer hatten eine wichtige Rolle bei der Schlacht um Holland. Da sich der gesamte Alliierte Vormarsch auf eine einzige Straße stützte, war es den Deutschen Truppen daran gelegen diese abzusperren oder, wenn dies nicht zu machen war, unter starken Beschuss zu nehmen. Die Jagdpanzer waren dazu eine ideale Waffe. Der JgPz 38t war durch seine niedrige Silhouette und seine hoher Verfügbarkeit eine ideale und oft und effektiv eingesetzte Waffe. Der Jagdpanther dagegen ist vor allem durch seine 8,8cm KwK ein extrem gefährlicher Gegner für alle gepanzerten Ziele. Beide Waffen gelang es immer wieder auf die alliierte Straße vorzustoßen und diese zu sperren und so die isolierten britischen Fallschirmjäger zu zerschlagen.

Die schweren Waffen

Während der Schlacht um Arnhem kam vor allem der deutschen Flakartillerie eine ernorme Bedeutung zu. Zum ersten Mal seit der Schlacht in der Normandie gelang es der deutschen Armee den Luftraum über einem Kampfgebiet wieder zu behaupten. In den Niederlanden war dies vor allem durch die starke Konzentration von Flakgeschützen bedingt. Unter diesen fanden sich die 2cm Flak 38 Vierling, die durch ihre hohe Feuerrate sowohl gefährlich für Jagdbomber als aber auch für weiche Bodenziele war und die bekannte 8,8cm Flak, die bereits in zahlreichen Schlachten ihren hohen Kampfwert unter Beweis gestellt hatte.

Historische Ungenauigkeiten in Company of Heroes

Auch wenn nicht genau klar ist, welche Truppen der Panzer Elite als Vorbild dienten, so lassen sich doch auch historische Fehler innerhalb der Panzer Elite aufweisen. Der auffälligste ist der im Spiel auftauchende Bergetiger. Diese Tiger-Version ist zwar bildlich und dokumentarisch belegt, allerdings handelte es sich bei diesem Wagen um einen in Italien eingesetzten Feldumbau. Der schwache Kran wäre niemals in der Lage gewesen schwere Berge- und Instandsetzungsarbeiten zu erledigen. Einige Quellen gehen davon aus, dass der „Bergetiger“ ein Ladungsträger war, also ein Fahrzeug, das Sprengsätze und Minen unter Panzerschutz an einem Hindernis deponierte. Jedoch ist diese nicht eindeutig belegt.

Missionsfakten

  • Die erste Mission der Kampagne der Panzerelite (Market Garden) ist vermutlich dem Einsatz des Fliegerhorst Bataillon 3 nahe Wolfheze nachempfunden, in dessen Verlauf die schweren 88mm Flugabwehrgeschütze des Bataillons mehrere Lastensegler der Alliierten über den rund um die Ortschaft gelegenen Feldern abschossen.
  • Nicht alle Einheiten die bei der Panzerelite Verwendung gefunden haben wurden auch tatsächlich von der Kampfgruppe Tettau eingesetzt. Die einzigen während Market Garden eingesetzten Jagdpanther waren Teil des 559. Eingreifbataillons, die eingesetzten Panzerhaubitzen des Typs Hummel vermutlich Teil der SS-Kampfgruppe „Frundsberg“. Auch ein Einsatz der Henschel Hs 129 B-3/Wa mit 75mm Pak ist eher unwahrscheinlich, da diese nur in geringsten Stückzahlen gebaute Flugzeugvariation hauptsächlich an der Ostfront eingesetzt wurde.
  • Eventuell sollen die Doktrine der Panzerelite auch nur die benachbart eingesetzten Kampfverbände darstellen. (Panzerabwehrdoktrin---> 559. Eingreifbataillon, Luftwaffe--->Fallschirmjägerbataillon „Jungwirth“, Verbrannte Erde---> SS-Kampfgruppe "Frundsbergs")
  • Der in der Kampagnen Mission 6 Arnheim: Die letzte Brücke zu sehende Königstiger ist historisch der Verstärkung der Kampfgruppe von Allworden in Form der schweren Panzerabteilung 506 zuzuordnen, die mit ihren schweren Einheiten ab dem 22. September in die Gefechte eingriff